ArchFilm Matinée
17. Jan | 14. Feb | 10. April | 24. April

Die ArchFilm Matinée-Reihe wird vom renommierten Architekturhistoriker Helmut Weihsmann ("Das rote Wien", "In Wien erbaut") kuratiert und findet im Sommer- und Wintersemester monatlich im Filmcasino statt. Im Mittelpunkt stehen Dokumentar- und Essay-Filme über Architektur (zu einem guten Teil Erstaufführungen), die zum Teil von Diskussionsrunden prominenter ArchitektInnen und FilmemacherInnen oder einem Vortrag begleitet werden. Begonnen wurde die Reihe im Frühjahr 2005 mit "My Architect". Die Filmreihe ist heute ein fixer Bestandteil der öffentlichen Diskussion über Architektur geworden und bietet Kunst- und Filminteressierten einen gemeinsamen Anknüpfungspunkt.

Im Filmcasino Margaretenstraße 78, 1050 Wien, Reservierungen: Tel. 01-587 90 62 oder www.filmcasino.at  Eintritt: € 7,00-8,50


Mit freundlicher Unterstützung von:


Sonntag,
  17. Jänner 2016 um 13.00 Uhr

BAROCCO REVISITED: LA SAPIENZA

Regie: Eugène Green | Italien/Frankreich | 2014 | 107 min | Farbe | OmeU | DCP
Mit: Fabrizio Rongione, Christelle Prot Landman, Ludovico Succio, Arianna Nastro, Sabine Ponte, Iréne Fittable, Eugène Green, etc.


Der versinnlichte Lehrfilm über die römische Barockarchitektur reflektiert einerseits geistreich und spitzfindig über die Lust und klare Geometrie der sakralen Architektur der „La Sapienza“ im barocken Rom im Allgemeinen, aber auch über den grandiosen Baumeister dieser Kirche Francesco Borromini aus Bissione (Tessin) im Besonderen. Seit über einem Jahrhundert war in der effektvollen römischen Barockarchitektur eine ganz bestimmte Rezeption der Antike dominierend. Zum Vor- und Musterbild vieler Bauten des barocken Roms wurden die Lehrbücher vom antiken Baumeister Vitruvius erkoren. Die Prinzipien und Regeln dieser antiken Schriften galt es zu genau kopieren, zu imitieren. An ihrer Bautypologie und Formensprache wurde zu Beginn des 17. Jahrhundert eine dogmatische Antike entwickelt und praktiziert. Lediglich Borromini scherte mit seiner Universitätskirche „San Ivo alla Sapienza“ aus und ließ eine kühnere Raumästhetik erkennen, die einem freieren Umgang mit der Antike manifestierte.


Mit freundlicher Unterstützung durch:






Anschließend Vortrag von Univ. Prof. Robert Stalla (Institut für Kunstgeschichte/TU-Wien) zum Thema „Der Palazzo della Sapienza und Francesco Borrominis Kirchenbau S. Ivo alla Sapienza in Rom“.

In Kooperation mit ENIT– Italienische Zentrale für Tourismus und Atlante Hotels  freuen wir uns vor dem Film einen Aufenthaltsgutschein in einem der Atlante Hotels****s in Rom (je nach Verfügbarkeit) für 2 Personen im Doppelzimmer für 2 Nächte inkl. Frühstück und Flughafen Transfer bei Ankunft vom Airport ins Hotel zu verlosen.

 

Atlantehotels – Urlaub im Herzen Roms mit atemberaubenden Blick auf den Petersplatz

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Sonntag,
  14. Februar 2016 um 13.00 Uhr

DIE BÖHMS – ARCHITEKTUR EINER FAMILIE

Regie: Maurizius Stærkle-Drux | Deutschland/Schweiz | 2014 | 87 min | Farbe | DF | DCP.


Gottfried Böhm (geb. 1920) gilt als wichtigster Kirchenbauer Deutschlands. 1986 wird er als erster und bisher einziger Deutscher mit dem renommierten Pritzker-Preis ausgezeichnet. Als Sohn eines weltweit anerkannten Kirchenbauers ist er Oberhaupt einer Kölner Architektendynastie, zu der inzwischen seine Söhne Stephan, Peter und Paul gehören. Mit herausragenden Großbauten gelingt es ihnen, aus dem Schatten des berü̈hmten Vaters zu treten. Aber nicht zuletzt die Krise der Baubranche in Deutschland schürt die Konkurrenz zwischen den Brüdern. Inzwischen 94 Jahre alt, arbeitet Gottfried noch täglich mit an ihren Planungs- und Konstruktionsvorhaben. Im kriegszerstörten Rheinland kann Gottfried Böhm im Wiederaufbau mehr als fünfzig Kirchen bauen, darunter als berühmteste die Wallfahrtskirche in Neviges. Als seine Frau Elisabeth, ebenfalls Architektin und maßgebliche Inspirationsquelle aller vier Böhms, während den zweijährigen Dreharbeiten starb, verlor die Familie ihr emotionales Zentrum. Hat die fragile Architektur des Familienbetriebs noch Zukunft? Der junge Schweizer Filmemacher Maurizius Staerkle- Drux hat sowohl Leben als auch Arbeit der Böhms begleitet und dabei ebenso anrührende Szenen wie auch konfliktgeladene und intime Momente einfangen können. Der Film zeichnet ein ebenso persönliches wie prägnantes Portrait – über die Komplexität und Untrennbarkeit von Leben, Liebe, Glaube und Baukunst. Der Titel des Films darf durchaus wörtlich genommen werden: Es geht vor allem um die Architektur einer Familie, erst danach um das Porträt einer prominenten Architektenfamilie.“



Sonntag,
  10. April 2016 um 13.00 Uhr

CONCRETE EXAMPLES – BÉTON BRUT

Mit den Filmen:
WOTRUBA-KIRCHE | R: Klemens Horvath | Ö | 2012 | 31 min | Farbe| DCP
DAS HAUS – RESIDENCE JULIAAN LAMPENS | R: Aglaia Konrad | Ö/B | 2014 | 21 min | Farbe | 16mm | Stumm
CONCRETE & SAMPLES – BLOCKHAUS [Architecture du Claude Parent/Paul Virilio] | R: Aglaia Konrad | Ö/B | 2009 | 10 min | Farbe | 16mm | Stumm
PAUHOF – ARCHITEKTUR IST NICHT KUNST! | R: Dieter Auracher/Manfred Veigl | Ö | 1996 | 14 min | 16mm


Der Brutalismus war eine wichtige weltweite Bewegung der utopischen 1960er Jahre gegen den herrschenden Mainstream, um eine gewisse ästhetische Stagnationen der Nachkriegs-Moderne mit neuen, noch radikaleren Formen und Bautechniken zu überwinden. Als Standard setzte man sich auf die kompromisslose Betonarchitektur eines Le Corbusiers, die eine klare und ehrliche Darstellung und Anwendung von Konstruktion, Funktion und Material vertrat. Im Hinblick auf die Vergangenheit galt diese internationale Bewegung besonders auf die formale Strenge ihrer expressiven Architektursprache. Die Strenge dieser Bauwerke erregen noch heute die Gemüter. Der Brutalismus der Betonarchitektur (béton brut) mit seiner zelebrierten Schaustellung von Sichtbeton verband sich mit einer Programmatik des Materials und der puristischen Formgebung. Das Programm präsentiert Betonbauten in unterschiedlicher Form und Ästhetik. Was sich auf den ersten Blick gegensätzlich und sogar widersprüchlich erscheinen mag, erweist sich bei näherer Betrachtung als zusammenhängend.


In Anwesenheit von Klemens Horvath, Dieter Auracher, Manfred Veigl, Michael Hofstätter und Friedrich Gerhard Mayr.



Sonntag,
  24. April 2016 um 13.00 Uhr

MINI-HÄUSER


Mit den Filmen:
MICROTOPIA
Regie: Jesper Wachtmeister. Schweden. 2013. 52 min. Engl. OV . DCP. ÖE.
FUTURO – A NEW STANCE FOR TOMORROW
Regie: Mika Taanila. Finnland. 1998. 29 min. OmU. Digital


In Zeiten von steigenden Immobilienpreisen und ü̈berbevö̈lkerten Megastädten mit begrenztem Wohn- und Lebensraum sind kreative Lösungen wie die „Mini-Häuser“ wieder en vogue. Der Traum von mobilen und tragbaren Wohnungen oder Mini-Häusern ist keine Utopie, sondern bereits die Realität in den hoch technisierten Industrieländer wie Japan und den USA. Alternative Konzepte, die Wohnen auf kleinstem Raum ermöglichen, gibt es reichlich. Die Kategorie und Typologie der „Mini-Häuser“ kommt ursprünglich aus Amerika und bedeutet wörtlich „winziges Haus“ (tiny house). Vorläufer und Vorbilder waren die hölzernen Strand- und Badehütten oder die modernen RVs und Wohnmobils der Landstraße. In der amerikanischen Gegenkultur der 1960er Jahre entstanden ist die Bewegung der nomadischen Lebens- und Wohnform („No-Mad-Living“) mit den handgemachten Cabins und Handmade-Houses in den Wäldern von Vermont und Nordkalifornien. Mit dem zunehmenden Umweltbewusstsein und hohen Baukosten bereitete sich auch die Idee des „Mini-Haus“ auch in Europa und Japan aus. Manch ein „Micro-Haus“ hat den unschätzbaren Vorteil, dass es klein genug ist, um von einem Ort zum anderen transportiert werden zu können. Eine ideale Lösung für moderne Nomaden. Futuristische fliegende Untertassen und winzige Wohnkapseln macht „Wohnen für das Existenzminimum“ wieder attraktiv und dynamisch: Das mobile Haus steht dort, wo man es gerade braucht. Dieser Film bündelt eine gesellschaftliche Utopie mit dem Optimismus und der Technokratie der Nachkriegszeit zu einer fröhlichen, aber auch leicht melancholische Studie über das Scheitern der Vision von der fröhlichen Zukunft des Planeten.