In My Father’s Room
Japannual
Maha Harada | JP 2026 | 109 min | OmeUMit: Yu Aoi, Issey Ogata, Eita Nagayama, Eri Watanabe
Zu ihrem vierzigsten Geburtstag erhält Satomi einen unerwarteten Brief von ihrem Vater, der mit einer unbekannten Adresse versehen ist. Das Einzige was aus dem Kuvert herausfällt, ein unscheinbarer Schlüssel. Weder Brief noch Erklärung sind beigelegt und den Vater selbst fragen ist ein Ding der Unmöglichkeit, da er vor einem Monat verstorben ist. Ihre ersten verhaltenen Nachforschungsversuche bei ihrer Mutter stoßen auf unfruchtbaren Boden und weder seine Asche noch seine Teeschale können Rede und Antwort stehen. Doch in Satomi ist das Bedürfnis erwacht mehr über die letzten Tage ihres Vaters zu erfahren, welche so abgeschieden von ihr und ihrer Mutter stattfanden. Vor allem da ihre Mutter ihn äußert geringschätzig betrachtet, sogar soweit geht, ihn als Menschen ohne Nutzen zu beschreiben. So beginnt Satomi eine Suche nach dem Wesen ihres Vaters, in den wohlgewählten Worten seiner Gedichte, in den bedachten Bewegungen der Teezeremonie und in einem unbekannten Zimmer in einem unvertrauten Ort.
Maha Harada ist eine bekannte Autorin und hat hiermit ihren ersten Film als Regisseurin abgeliefert. Basierend auf einer ihrer Kurzgeschichten aus dem Jahr 2014, war es ihr ein Bedürfnis, einmal die Bilder zu ihren Vorstellungen nicht in Worte umwandeln zu müssen, sondern sie gleich visuell umzusetzen. Ihr Background in der Kunstwelt und als Museumskuratorin spielten dabei eine große Rolle. Noch ein weiterer Film im Programm von Japannual basiert auf ihrer Vorlage: In Purehearted (2025) beschreibt sie den mühevollen Weg einer Unternehmerin. Die Haudarstellerin aus In My Father’s Room ist die gut bekannte Yu AOI , die uns bei Japannual schon mehrfach erfreut hat (u.a. Over The Fence (2016), Miyamoto (2019) oder Romance Doll (2020)). Bereits vor mehr als 25 Jahren überzeugte sie die Filmwelt in All About Lily Chou-Chou von Shunji IWAI. In einer kleineren Rolle ist sie dieses Jahr auch in TOKYO Taxi zu sehen. Ebenfalls in einem weiteren Film beim heurigen Festival sehen wir Issey OGATA, der hier als der verstorbene Vater besetzt ist. In Fujiko (2026) ist er als warmherziger Restaurantbesitzer beteiligt. Seine Karriere führte ihn auch weit in die internationale Filmwelt hinein.