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Döner Natur - Ein Wien Film

Duran Durmus Dogan | AT 2018 | 80 min | OmU
Mit: Ümit Derin, Gabi Allmer,Oskar Gogl,Hakki Kilic,Mehmet Emir, Behrouz Heshmat, A.F.Lindermayer u.v.a.m

Einen Sommer lang dreht sich Alles um Attilas neues Leben: um seinen Dönerstand mitten in Wien, den er von seiner Familie übernommen hat. Er hat große Pläne, er will dort eine Art trendigen Kulturtreffpunkt schaffen. Um gut zu kassieren, verspricht der Beamte Michael, ihn bei der Realisierung seiner unrealistischen Idee zu unterstützen. Als Fatima – Attilas gerade erst aus der Türkei geholte Frau – bald ihr eigenes Ding dreht, bricht nicht nur die Welt des aufstrebenden Paares zusammen.

Dabei ist Attilas Dönerstand kein Dönerstand, eher ein Informationsstand, eine Drehscheibe für Tratsch und Klatsch. Ein Tratschstand, ein Treffpunkt für einsame Herzen, ein Ersatz für den Dorfmarktplatz. Er ist Heimat der Bodenlosen. Ein Mikrokosmos, ein Katalysator, eine Brücke. „Nein Nein, Döner ist weder Kultur noch sexy, Döner ist ein Bindemittel … Döner ist eine Brücke …  eine Brücke zwischen Machern und Essern … Döner steht für Sattsein … Döner ist ein Kulturversöhner … eine Sprache für Beweglichkeit, Leichtigkeit, Neuigkeit, Transport und Kombinationsfähigkeit. Döner Döner … Drehen Drehen Drehen, so wie sich in der Natur auch alles dreht – Döner ist eben doch Kultur pur…“

Einblicke in anatolische Familienstrukturen und deren Auswirkungen mitten in Wien. Wie im Fall von Attila, der einerseits der Tradition entkommen und Neues aufbauen möchte, jedoch noch stark darin verhaftet ist. Andererseits Einblicke in die Wiener Künstler_Innen-Off-Szene wie hinter die Kulissen des Wiener Marktgeschehens.

Fragen zu Themen von Identität, Heimat und Integration humorvoll betrachtet.

Die Projektrealisation (Kamera: Alexey Hartlieb-Shea – Schnitt: Manuela Hämmerle) war gleichermaßen interkulturell wie die Geschichte. Ein Beispiel von gemeinsamen Kulturschaffen: Cast und Crew sind aus Österreich, USA, Türkei, Deutschland, Japan, Iran, Bulgarien, Polen, Ungarn u.a. Auch ein Beispiel für Postmigrantisches Kulturschaffen.

„Ein sarkastischer Umgang mit identitätsstiftenden Wiener Gemeinplätzen – ein tautologischer Schmäh mit Tiefgang. Wien ist Wien. Aus mikrosoziologischer Perspektive werden die verschiedenen Wiener – sowohl aus alten wie neuen Faktoren gestifteter Identitäten – in den Fokus geholt. Ein amorpher Prozess der Neudefinition. Der Theatermacher Duran Dogan folgt in DÖNER NATUR seiner über 25 jährigen Bühnentradition, das Alltägliche, das Unbeachtete ins Zentrum zu rücken. Dementsprechend auch sein Umgang mit den Darsteller_innen, der für unsere auf Hochleistungen der Schauspielkunst geschulten Augen von fast provokanter Wirkung ist. Er strebt danach, die Grenzen von Professionalität zum Laienspiel aufzuheben, sowie Alltägliches auf Kunstniveau zu heben.“ Kemal Seyhan / Istanbul