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„Welcome“
erzählt die Geschichte einer grenzenlosen Liebe.
Bilal (Firat
Ayverdi) will nach London, wo seine Freundin Mina auf ihn
wartet und hat es schon bis nach Calais geschafft. Da die
Überfahrt auf der Fähre wegen der Kontrollen nicht möglich ist,
will Bilal das Meer schwimmend durchqueren. Da lernt er den
Schwimmlehrer Simon (Vincent
Lindon) kennen, der getrennt von seiner Frau Marion lebt,
sie aber immer noch liebt. Um sie zu beeindrucken und
zurückzuerobern, beschließt Simon, Bilal zu helfen...
Gelingt Bilal die Barriere von 32 Kilometer eiskaltem Wasser zu
durchqueren, bevor Mina an einen anderen verheiratet wird? Und
wird Simon seiner Frau wieder näher kommen? |
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Mit
„Welcome“ gelang Regisseur
Philippe Lioret ("Die
Frau des Leuchtturmwärters", "Keine
Sorge, mir gehts gut") einer der emotionalsten Filme der
letzten Jahre. Der Film erzielte in Frankreich über eine Million
Besucher in den Kinos und löste auch eine eigene
Parlamentsdebatte aus. Denn Lioret lokalisiert seine Geschichte
vor dem Hintergrund der rechtsstaatlich höchst problematischen
französischen Einwanderungspolitik, welche die Unterstützung
illegaler Einwanderer zu einem Straftatbestand macht und jedwede
Hilfeleistung mit der Tätigkeit von Schleppern gleich setzt. Als
Reaktion auf den Film und der durchaus schroffen Kritik an den
herrschenden Zuständen, die der Regisseur in einigen Interviews
anbrachte, empörte sich nicht nur der Minister für Einwanderung,
sondern auch die Bürgermeisterin von
Calais, dem Drehort des Films, öffentlich. |
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Dennoch
ist „Welcome“, trotz der fast
dokumentarischen Kameraführung, den authentisch dargestellten
Flüchtlingsschicksalen und der zum Teil mit Laiendarstellern
besetzten Rollen kein politisches Pamphlet. Lioret ist, wie er
von einigen Kritikern genannt wurde, ein „aufgeklärter
Melodramatiker“, der sich nicht scheut, das Politische mit dem
Privaten zu vermählen. In „Welcome“ ist das Meer zwischen
Frankreich und England eben nur eine Grenze unter vielen. Was
den Regisseur jedoch mehr interessiert, ist das Geflecht aus
Trennungslinien, mit denen sich Menschen aus sozialen,
politischen und privaten Gründen abschotten. |
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Der
Schwimmlehrer Simon – facettenreich
dargestellt von Vincent Lindon – ist
eingemauert in die Einsamkeit. Die erfolgreiche Sportkarriere liegt
ebenso in der Vergangenheit, wie seine Ehe zu
Marion. Als der irakische Kurde Bilal
im Schwimmbad auftaucht, ahnt Simon schnell, dass der Junge schwimmen
lernen will, um den Kanal zu durchqueren und so illegal nach England zu
gelangen. Und er hilft ihm dabei, jedoch nicht aus Mitgefühl, sondern um
die sozial engagierte Marion wiederzugewinnen und vielleicht ein wenig
aus Trotz gegen das nachbarliche Denunziantentum und die staatliche
Kontrollwut. Er versteckt Bilal bei sich zu Hause, gibt ihm zu essen und
schließlich auch seinen Schwimmanzug. Doch das Verhältnis von Simon und
Bilal gewinnt an Eigendynamik, vor allem als Simon die wahren
Beweggründe für Bilals utopisches Unterfangen zu begreifen beginnt und
in dem Jungen die Kraft und die Entschlossenheit erkennt für eine Liebe
zu kämpfen, die er in seinem eigenen Leben längst verloren zu haben
scheint. So wird aus Bilals Traum tatsächliche eine Option auf ein
anderes Leben, nicht nur für Bilal, sondern auch für seinen Lehrer.
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