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ArchFilm Matinée
Die Architekturfilm-Reihe am Sonntag Nachmittag

21. Jän. | 18. Feb. | 8. Apr. | 22. Apr. | 6. Mai.


Filmcasino | Margaretenstr. 78 | 1050 Wien
>>> filmcasino.at

 






Die ArchFilm Matinée-Reihe wird vom renommierten Architekturhistoriker Helmut Weihsmann ("Das rote Wien", "In Wien erbaut") kuratiert und findet im Sommer- und Wintersemester monatlich im Filmcasino statt. Im Mittelpunkt stehen Dokumentar- und Essay-Filme über Architektur (zu einem guten Teil Erstaufführungen), die zum Teil von Diskussionsrunden prominenter ArchitektInnen und FilmemacherInnen oder einem Vortrag begleitet werden. Begonnen wurde die Reihe im Frühjahr 2005 mit "My Architect". Die Filmreihe ist heute ein fixer Bestandteil der öffentlichen Diskussion über Architektur geworden und bietet Kunst- und Filminteressierten einen gemeinsamen Anknüpfungspunkt.

unterstützt von

                 

IG Architektur | Architektur aktuell




 






So 21. Jän. 2018, 13 Uhr

SHIRLEY – VISIONS OF REALITY
Hommage to Edward Hopper
R: Gustav Deutsch | AT 2013 | 92 Min
D: Stephanie Cumming, Christoph Bach, Florentín Groll u.a.



     

Die poetische Auseinandersetzung der beiden Media Artists Deutsch & Schimek mit der Illusionsmaschine Kino ist eine verfremdete mise-en-space von der träumerischen Bildwelt des amerikanischen Malers Edward Hopper aus der Perspektive des amerikanischen Traums zur Zeit der großen Depression. Lichtdurchflutete, surreale, melancholische Landschaften und traurig wirkende Genrebilder von der amerikanischen Seele. Auf vielen Werken Hoppers sind Straßenzüge, Dächer oder verlassene Häuser zu sehen – alle in unwirkliches Licht getaucht, das die melancholische Stimmung der Szenen unterstreicht. Typisch für Hoppers Arbeiten sind die einzigartigen Farbzusammenstellungen und die klaren wie scharfen Konturen, mit denen sich die Figuren von ihrer Umgebung abheben. Seine präzise Beobachtung des modernen Menschen in seiner natürlichen und künstlichen Umwelt verleiht vielen Bildern eine gespentische Unruhe.Anhand von dreizehn ikonischen Gemälden erzählt das Kunstprojekt die fiktive Biografie der amerikanischen Schauspielerin „Shirley" in einem gewaltigen Bilderbogen von baulich rekonstruierten Szenarios aus dem Alltag der Großstadt, wobei der Filmkünstler Deutsch die Disziplinen Film, Malerei, Tanz und elektronische Musik von Christian Fennesz verschränkt zu einer Shortstory aus dem Leben der Protagonisten Shirley und ihres Lebenspartners, des Newyorker Photographen Stephen. Historische Tonaufnahmen zu Beginn setzen jedes der sorgsam gestalteten „tableaux vivants“ in einen sozialen, politischen und inter-medialen Kontext.

Anschließend Gespräch mit Gustav Deutsch & Hanna Schimek



 




 

So 18. Feb. 2018, 13 Uhr

Urban Fiction – Fact, Fiktion, Fake?
Präsentiert von Helmut Weihsmann (Kurator), anwesend sind die Filmkünstler:
Paul Wenninger, Gregor Sailer, Richard Wilhelmer, Derek Roberts, u.a.



     


Paul Wenninger: Trespass


Johnny Likens: Uprooted


Alex Románs: The Third & The Seventh


Victor Nieuwenhuijs: Neuwe Babylon

Aufgrund der Komplexität und Phänomenologie von Urbanität, sind Städte Orte des sozialen und wirtschaftlichen Wandels, oftmals Erlebnis- und Möglichkeitsräume für Begegnungen, Austausch und Konflikte um Macht und Hegemonie. In letzter Zeit dreht sich sowohl das kritische Denken als auch der mediale, inter-disziplinäre Diskurs über die Stadt der Zukunft vorwiegend im Bereich eines allzu pragmatischen "Patchwork Urbanism" also um die Idee, das städtische Flickwerk von einer schrumpfenden oder chaotisch wachsenden Megastadt zu harmonisieren, um den urbanen Chaos und die Agglomeration zu vermeiden. Der Versuch neue Bilder und Bezugsmodelle zu definieren, die mehr dem virtuellen als realen Raum entsprechen, wurde mit einer stark utopischen Dimension und Begrifflichkeit vom Urban Design ausprobiert, wo man die konventionellen Werkzeuge des Entwurfs neu überlegt und ausgedacht hat. Dabei legen die zeitgenössischen Medienkünstler wieder besonderen Wert auf den ursprünglichen Montage-Charakter oder Collage-Modus der vorherigen Avantgardebewegungen wie Dada, Futurismus, Konstruktivismus, Surrealismus und photo-/kinetischen Abstraktion. Das experimentelle divergierende Kurzfilmprogramm – von insgesamt 81 Minuten Dauer – nimmt insbesondere Bezug sowohl auf die filmische Präsentation (bzw. Repräsentation) als auch auf die seismographische, geographische und topographische Auseinandersetzung mit dem Innen- bzw. Außenraum sowie einer Wahrnehmung und Ästhetik urbaner Sinnlichkeit im digitalen Zeitalter. Zur Phänomenologie der gegenwärtigen Medienwelt gehört sowohl der lustvolle, spielerische als auch sinnliche Zugang auf mehrere Bedeutungs- und Sprachebenen.

Mit den Filmen:

IN-TIMER 47:09:21 (Gregor Sailer & Jörg Jäger | A 2006 | 11 Min)
CORNERS (Derek Roberts | A/GB 2008 | 11 Min)
HYPNODROM (Richard Wilhelmer | A 2017 | 5 Min)
UPROOTED (Johnny Likens | US 2014 | 11 Min) ÖE
TRESPASS (Paul Wenninger | A 2012 | 11 Min)
THE THIRD AND THE SEVEN (Alex Románs | SP 2013 | 13 Min.) ÖE
THINGS TO COME (Ellard & Johnstone | GB 2011 | 6 Min | 16 mm) ÖE
NEW BABYLON (Nieuwenhuijs & Seyferth | NL 2005 | 13 Min) ÖE



     



 

So 8. Apr. 2018, 13 Uhr

Marrying the Earth to the Building
TRIBUTE TO DIDI CONTRACTOR
R: Steffi Giaracuni | CH 2016 | 81 Min | DF | ÖE



     

Didi Contractor

Am Fuße des Himalayas, im Nordwesten Indiens realisiert die autodidaktische Baukünstlerin Alice Fish-Kinzinger (alias Didi Contractor) seit zwanzig Jahren mit Leidenschaft ihre architektonischen und ökologischen Visionen, die nicht immer zu den Vorstellungen ihrer Auftraggeber passen wollen. Ihre urwüchsigen Lehmbauten und Holzhütten verbinden traditionelle indische und europäische Wohnkultur. Ihre handgemachten Bauwerke gleichen eher Installationen, Skulpturen, Kunstwerken aus Lehm, Bambus, Schiefer und Naturstein. Leben im Lehmhaus. Menschen, die in Didi Contractors realisierten Visionen leben, beschreiben ihre Erfahrungen mit ihren Häusern. Studenten aus aller Welt kommen, um herauszufinden, wie Architektur Teil unseres Ökosystems werden kann. Tag und Nacht arbeitet die 86-jährige noch an ihrem Gesamtkunstwerk. Sie skizziert nur grob, aber proportioniert auf den Punkt genau. Ihre Architektur ist exotisch, erotisch, ökonomisch, ökologisch und nachhaltig. Das Filmportrait nähert sich mit dokumentarischen Mitteln und poetischer Sprache einer umweltbewussten Künstlerin und Architektin, die durch ihre Vision einer organischen „Randarchitektur" einen alternativen Zu- und Umgang zur Mutter Erde provoziert. Die deutsch-schweizerische Regisseurin Steffi Giaracuni entwirft in ihrem wunderbar fotografierten Dokumentarfilm ein eindringliches Porträt einer starken, künstlerischen Frau, die ihre baulichen Visionen als tiefe Verbundenheit von Mensch und Natur versteht. Eine Architektur, die Landschaft und Haus miteinander vereint.



     



 

So 22. Apr. 2018, 13 Uhr

MANIERISTISCHE ZAUBERGÄRTEN
Präsentiert von Helmut Weihsmann im Gespräch mit Maria Auböck (Landschaftsarch.), Christian Hlavac (Gartenhistoriker) & Hermann Kitlitschka (Kunsthistoriker).



     

Jean-Philippe Teyssier (Regiesseur)

Ruinen im Garten von Ninfa

Sacro Bosco, Bomarzo in Viterbo

Villa d'Este, Neptunbrunnen & Wasserorgel

Labyrinth im Garten der Villa Barbarigo „Valsanzibio"

Der französische Landschaftsarchitekt Jean-Philippe Teyssier (ent-) führt uns als Gestalter und Erzähler dieser Sendereihe von Arte zu den schönsten und kunstvollsten Renaissance- und Barock-Gärten Italiens nach Bomarzo, Ninfa, Valsanzibio und Villa d’Este bei Tivoli. Aus seinen Begegnungen im Austausch mit Menschen, die sich leidenschaftlich der Gartenpflege widmen, ergibt sich ein bewegendes und einfühlsames Panorama vom Wesen der Gartenkunst. Vielen Gärten des Quattro- und Cinquecento liegt ein mythologisches Grundkonzept zugrunde. Die hierarchische und axiale Anordnung entspricht nicht selten einer Rangordnung und bühnenhafte Rauminszenierung, die sich beim Ablaufen der Pfade enthüllt. All diese außergewöhnlichen Orte und Plätze der höfischen und sakralen Lust- und Naturgärten erzählen Geschichten von Leidenschaften und Reisen, von Farben und Formen, die sich „lesen“ bzw. interpretieren wie ein offenes Geschichtsbuch von der Antike bis zur Gegenwart.

Zaubergarten von Ninfa
R: Aloïs-Marie Lenoan | F 2016 | 26 Min | DF

In den antiken Schriften von Plinius dem Älteren ist von einem wunderbaren Ort mit vielen Wasserquellen und Brunnen die Rede. Nicht von ungefähr leitet sich der Name Ninfa daher von den antiken Naiaden-Nymphen ab, den guten Geistern des Wassers. Doch die Stadt verfiel durch Krieg, Seuchen und Erdbeben buchstäblich zu Boden. Doch zur Zeit der grassierenden Ruinen-Romantik im 19. Jahrhunderts wurde Ninfa wiederentdeckt. Sehr viele Sumpfblumen und Hecken machen diesen Ort erst recht romantisch.

Sacro Bosco von Bomarzo
R: Aloïs-Marie Lenoan | F 2016 | 26 Min | DF

Der Sacro Bosco (heiliger Hain) von Bomarzo ist ein geheimnisvoller wie exzentrischer Zauberwald im Schlossgarten des Palazzo Orsini-Farnese in Viterbo nördlich von Rom. Mit den Architekten Giacomo Barozzi da Vignola, Pirro Ligorio und dessen Nachfolgern, ließ Vicomte Orsini-Farnese am Fuße seines Schlosses in Viterbo einen „Waldpfad“ mit monströsen Steinfiguren („parco dei mostri“) anlegen, in dem er die Dämonie des Ortes und den damit verbundenen romantischen Schauergeschichten offenbart. André Breton, Salvador Dalí und Ezra Pound waren die ersten prominenten Besucher des Parks, dem sie ihre Huldigungen in Gedichten und Metaphern widmeten.

Giardino Villa d’Este
R: Emmanuel Descombes | F 2015 | 26 Min | DF

Der in der Nähe von Rom gelegene Garten der „Villa d'Este“ ist ein Hauptwerk der manieristischen und frühbarocken Gartenbaukunst, das als Vorbild für fast alle Kunstgärten nördlich der Alpen diente. Anlegen ließ ihn bereits im 16. Jahrhundert der Bauherr und Stadthalter von Tivoli Kardinal Ippolito II d'Este, ein Sprössling jener berühmten Familie aus Ferrara, der damit seine Vormachtstellung und hohe Bildung mit sowohl einem prunkvollen Palastbau als auch einer mythologisch inspirierten Gartenanlage demonstrieren wollte...

Villa Barbarigo – Giardino Valsanzibio
R: Timo Ebermann | F 2015 | 26 Min | DF

Inmitten einer begrünten Hügellandschaft südwestlich von Padua bei dem Ort Monselice, erstreckt sich über acht Hektar das Anwesen von Valsanzibio – benannt nach dem heiligen Sankt Eusebius (á la „San Zibio“). Einer der bedeutendsten noch gut erhaltenen historischen Gärten wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zur jener wundervollen Anlage im Schloss- und Lustgarten der Sommervilla Barbarigo bei Padua angelegt. Ein berauschendes Universum aus Wasserbecken, Fontänen, klassischen Vasen und Urnen sowie mehrerer episodische „Themengärten“, empfangen den Besucher inmitten der saftig grünen Landschaft...




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So 6. Mai 2018, 13 Uhr

HANSESTÄDTE DES WELTHANDELS 1498-1998
Stadtportraits ehemaliger Handelsmetropolen
Präsentiert von Helmut Weihsmann im Gespräch mit Andrea Komlosy und dem Wirtschaftshistoriker Andreas Weigl (Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Uni Wien).



     


Hafen von Lübeck


Kontorhäuser im Hafen Hamburg


Herimitage St. Petersburg, Anno 1930


Industriehafen von Liverpool

Die sechs Einzelportraits von SWR stellen die charakteristische Stadtkultur und Gestalt der ersten Hansestädten vor, wobei der Zusammenhang zwischen den Interessen der Kaufleute, des Bürgertums sowie Geldadels in der Hegemonie der „freien Handelsstädte“ den Motor ihrer Urbanisierung angetrieben hat. Im 19. Jahrhundert führten Industrie, Produktion und Logistik zur Urbanisierung und einer neuartigen Technologie, die es erlaubte, vergleichsweise ungeheuere Menschenmassen in Städten auf engen Raum zu konzentrieren, zur Ausbildung der Metropolen bzw. der wirtschaftlichen Zentren der sog. „Hansestädte“. Stadt und Handel sind in ihrer Genealogie eng miteinander verwoben, sodass die Frage nach ihrer Genese und Entwicklung selbstverständlich mit Begriffen eines „marketing brands“ oder „urban designs“ zusammenhängt. Am Beispiel der mittelalterlichen Hanse und den Aufstieg der niederländischen bzw. englischen Handelshäuser im Kolonialsystem des Welthandels in der Frühphase der Globalisierung entwickelte sich parallel eine neue und dynamische Stadtkultur in Europa, Asien, Nord- und Südamerika entlang dieser neuen Entdeckungs- und Handelsrouten.


Im Anschluss Diskussion mit den anwesenden Gästen.

LÜBECK – KÖNIGIN DER HANSE
R: Christiane Albus | D 1995 | 14 Min

HAMBURG – SPEICHERSTADT UND CHILEHAUS
R: Martin Thoma | D 2016 | 15 Min

WISMAR & STRALSUND
R: Christian Romanowski | D 2003 | 15 Min

ST. PETERSBURG – VENEDIG DES NORDENS
R: Martin-Joachim Schulz | D 1996 | 14 Min

LIVERPOOL – HAFEN DER WELT
R: Goggo Gensch | D 2006 | 15 Min

VALPARAÍSO
R: Christian Romanowski | D 2016 | 14 Min




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