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MEXICO GOES INTERNATIONAL

Canana Films und die neue Welle des mexikanischen Kinos!

 

1950 dreht Luis Buñuel das Meisterwerk seiner 20 Filme umfassenden mexikanischen Phase: „Die Vergessenen“ („Los Olvidados“), einen Film im Stil des italienischen Neorealismus über einen jungen Mann, der in Mexico City in den Bann des Anführers einer kriminellen Jugendbande gerät – und der erste Film überhaupt, der Gangs thematisiert.

Knapp 60 Jahre später schließt sich der Kreis: Mit ihrer im Jahr 2006 gemeinsam mit ihrem Freund und Produzenten Pablo Cruz gegründeten Produktionsfirma Canana Films haben nun auch die beiden mexikanischen Superstars Diego Luna und Gael García Bernal einen Film über das Gangwesen realisiert – nur eben über eine Gang von heute, die Mara Salvatrucha. Mit Buñuel gemein haben sie das Bemühen um Realismus und Authentizität, die Hoffnung auf einen Funken Mensch in einer von Unmenschlichkeit geprägten Welt.
Luna und Bernal sind die Galionsfiguren der Renaissance des mexikanischen Kinos, die die Filmwelt seit nunmehr etwa zehn Jahren in Atem hält. Im gleichen Maße setzen sich aber auch Bernal und Luna für die Entwicklung und Förderung neuer Talente ein. Canana Films gründen sie mit Pablo Cruz, weil sie der Ansicht sind, dass ihr Land eine energetische und hervorragend vernetzte Produktionsfirma gut brauchen kann, um großartigen, aber isolierten jungen Filmemachern eine Bühne zu bieten. Canana kann den Einfluss, den Gael und Diego als Stars besitzen, nutzen und der Industrie Gutes tun. Bislang ist ihr Erfolg beeindruckend. Innerhalb von drei Jahren stellte Canana neun Filme her. Zu den jüngsten Produktionen zählt „Cefalopodo“ (2009) von Rubén Imaz – und eben SIN NOMBRE.
Mit ihrem Ansatz versuchen Bernal, Luna und Cruz Begeisterung beim heimischen Publikum für mexikanische Filme zu wecken. „Das Publikum in Mexiko ist hypnotisiert von großen amerikanischen Produktionen. Aber wir leisten unseren Anteil, das zu ändern. Mittlerweile hat selbst die Regierung erkannt, dass wir nicht nur Tequila exportieren können, sondern auch Filme. Darauf bauen wir auf.“
Als nächsten Schritt plant Canana, in den Filmverleih einzusteigen – damit Filme wie SIN NOMBRE künftig nicht mehr nur international Erfolge feiern, sondern auch in ihrem Entstehungsland.