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MÄNNER AL DENTE ist die schönste Komödie dieses Sommers. Sie handelt davon, dass jeder Moment richtig ist, um damit zu beginnen, glücklich zu sein.
Ein Geständnis machen ist wie Pasta kochen, man muss den richtigen Zeitpunkt beachten. Tommaso, der jüngste Sohn der Familie Cantone, will sich nicht länger verstecken. Er ist kein Betriebswirt, sondern Schriftsteller. Und das ist nur der Gipfel des Eisbergs. Beim festlichen Familienessen, bei dem die Zukunft der familiären Pasta-Fabrik geklärt werden soll, will er reinen Wein einschenken. Doch als er die Stimme erhebt, fällt ihm sein großer Bruder ins Wort...

 

Dabei war das große Festessen im Hause Cantone ganz anders geplant. Die ganze verschrobene, aber liebenswerte Familie hat sich zur Feier versammelt. Mit am Tisch sitzen neben Tommaso seine Mutter Stefania, die ihre zwei Söhne über alles liebt, aber die beiden Haushaltshilfen über alle Maßen drangsaliert, seine etwas durchgedrehte Tante Luciana, die nicht ganz ungern nächtlichen Besuch empfängt, seine Schwester Elena, eine frustrierte Hausfrau und ihr ungehobelter Mann, die Großmutter Nonna, die insgeheim einer unerfüllten großen Liebe nachtrauert und Tomassos Bruder Antonio, der ihm schließlich die Show stiehlt. Und an der Stirnseite der Tafel sitzt natürlich das Familienoberhaupt, Tommasos aufbrausender Vater Vincenzo. Dieser fällt nicht nur aus allen Wolken, sondern auch gleich mit einem Herzinfarkt vom Stuhl, als ihm sein ältester Sohn eröffnet, dass er eben nicht in Vaters Fußstapfen treten möchte, und das nicht nur, was die Pasta, sondern auch was die Fortführung des Cantone-Clans betrifft, schließlich sei er schwul.
Oder doch nicht? Vater und Mutter können es kaum glauben, welch eine Schande – sie wähnen sich schon vom Gespött der Stadt verfolgt. So bleibt die Pasta-Fabrik an Tommaso hängen. Auch er hatte eigentlich ganz anderes vor, aber wie kann er jetzt seiner Familie die Wahrheit sagen, ohne das Leben seines Vaters erneut aufs Spiel zu setzen? Unerwartete Hilfe bekommt er von Alba, der jungen, klugen und auch irgendwie verführerischen Assistentin seines Vaters und auch von seiner Großmutter Nonna. Sie kann das Versteckspiel, die Spannung zwischen Familie und Liebe gut verstehen und animiert Tommaso endlich sein eigenes Leben zu leben.
 
Der türkischstämmige Filmemacher Ferzan Ozpetek feierte mit Filmen wie „Hamam“, „Fate ignoranti - Die Ahnungslosen“ und „Saturno contro“ bereits große internationale Publikumserfolge, und auch im MOMA New York wurde ihm schon eine Retrospekive gewidmet. Mit Vorliebe porträtiert er die ganz und gar italienischen Familien seiner Wahlheimat. In „Männer al dente“ erzählt er gleichzeitig poetisch und komisch die Geschichte der Cantones, die allesamt einen großen Spagat zwischen der makellosen Fassade der „Bella Figura“ und ihren eigenen Wünschen und Sehnsüchten machen müssen. Nun bleibt ihnen nichts anderes übrig, als endlich zu lernen, sich gegenseitig zu akzeptieren. Eine Lektion über das Leben und die Liebe inmitten des ganz normalen Wahnsinns einer süditalienischen Familie.