Sie wollen die
Wahrheit über die britische Jugend erfahren? Die - äh - wahre Geschichte der
Jugend rund um das Millenium sieht etwa so aus: chemische Drogen wie Ecstasy,
Klubs, Bars und Pubs, das Vertreiben von Tonträgern und das Ertricksen von
freiem Zutritt in Klubs bei diversen Events, Handys, Combatjacken, die
Versorgung von Freunden mit Drogen. Diese Wahrheit lässt sich auch knapper
benennen: sie dauert 95 Kinominuten und sie heißt - Human Traffic.
Im Mittelpunkt des
Spielfilmdebuts von Justin Kerrigan stehen die Lebens- und Liebesverhältnisse
von fünf coolen Leuten: Jip, Lulu, Koop, Nina und Moff, die sich an Wochenenden
— nachdem die miesen McJobs unter der Woche abgedient sind — gerne so
richtig austoben.
Jip macht sich
Sorgen, daß ihn das allzu häufige Einwurf von Drogen für immer schlaff
gemacht hat. Lulu dagegen sucht sich stets den falschen Kerl aus, ein Talent,
das sie schön langsam depressiv macht. Koop und Nina haben eine fast intakte
Beziehung, und Moff ist der freundliche, etwas derangierte Dealer von nebenan,
der seine Freunde mit Pillen versorgt und dadurch einen einträglichen
Nebenerwerb hat.
Drehscheibe von
Human Traffic ist eine einzige, sorgfältig geplante und von Drogen benebelte
Nacht im walisischen Cardiff, die den Beats und dem Groove von Größen wie Fat
Boy Slim, Underworld und Armand van Helden gehört.
Justin Kerrigan
ist 25. Schon sein erster Kurzfilm, noch mit einer Secondhand-Kamera gedreht,
wurde von BBC Wales ausgestrahlt. Im Alter von 23 Jahren schrieb er das Drehbuch
zu Human Traffic. „Ich würde den Film als einen fantastischen
Pseudodokumentarfilm bezeichnen," meint der Regisseur über sein erstes
abendfüllendes Werk, „er ist sicherlich sehr psychedelisch, aber er bleibt
den Hauptcharakteren sehr nahe."
Und weiter: „Ich
habe die Schnauze voll von all dem Hollywood-Scheiß mit seinen großen Budgets.
Denken Sie an Filme wie Slacker, Clerks oder Swingers — sie wurden alle mit
fast nichts gedreht, aber sie sind viel dynamischer als der ganze glänzende
Hollywood-Mist."