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Marta
(Isabella Ragonese), eine ruhige,
gebildete und neugierige junge Frau hat soeben mit Auszeichnung
ihr Philosphiestudium abgeschlossen und macht sich beherzt auf
Arbeitsuche. Angesichts der Realität des italienischen
Arbeitsmarktes verwandelt sich jedoch ihre Begeisterung bald in
Resignation. Durch die Intervention einer hinreißenden „Vorstadt
Marilyn“ (Micaela Ramazzotti) wird
sie in das riesige Callcenter eines
zukunftsorientierten Haushaltsgerätunternehmens an der römischen
Peripherie vermittelt.
So beginnt Martas Reise in einen von jungen Telefonistinnen und
besessenen Verkäufern bevölkerten Hades, wo Motivationstänze,
Firmenjingles, Erfolgsjubelchöre sowie öffentlich verhängte
Bußübungen den surrealen Alltag darstellen. |
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Basierend
auf der autobiografischen Reportage "Il
Mondo Deve Sapere" der ehemaligen Theologiestudentin
Michela Murgia, die darin ihren
absurden Arbeitsalltag als Staubsaugerverkäuferin in einem
Callcenter schilderte, ist Paolo Virzìs
„Das ganze Leben liegt vor dir“
eine Satire, die sich die Lehre der glorreichen „Commedia
all’italiana“ zu Herzen nehmend, den Zuschauer einlädt,
lachend nachzudenken. In Form einer gelungenen und kompakten
Mischung von Drama, Komödie und Musicalelementen liefert Virzì
ein gnadenlos luzides und zugleich liebevolles Portrait des
modernen Italiens, und ist vor allem ein sehr italienischer
Kommentar zur weltweiten Wirtschaftskrise. |
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Denn
während unsere Heldin Marta, frisch
von der Universität, sich bereit fürs Berufsleben fühlt, hat in
eben diesem niemand auf sie gewartet. Nach zahlreichen
Vertröstungen und Absagen ist das
Callcenter ihre einzige Chance. Dort jedoch erweist sich
jeder neue Tag als ein weiterer Schritt hinab in einen
forciert
fröhlichen
Wirbel, in dem am Vormittag die ausschließlich weiblichen
Telefonistinnen nach absolviertem Motivationsgesang ihren Kunden
mit nahezu ununterbrechbar schnellem Redefluss Termine
aufschwatzen sollen, zu denen dann am Nachmittag die
ausschließlich männlichen Vertreterkollegen – die ihre eigene
Motivation wiederum aus Urschrei-Übungen holen – ausrücken.
Überwacht werden die Telefonistinnen in ihren kleinen
Plexiglaskabinen von der beeindruckend schönheitskorrigierten
Chefin, die jede noch so kleine Verfehlung mit sofortigem
Rauswurf ahndet, während die erfolgreichsten Mitarbeiterinnen
mit dem Premiumprodukt aus dem eigenen Warensortiment belohnt
werden – dem ebenso hochgepriesenen, wie vollkommen nutzlosen
Wasseraufbereitungsgerät. |
Marta
findet den Job, der ihr inzwischen den Titel "Beste Telefonistin"
eingebracht hat, immer weniger lustig und wendet sich mit ihren Bedenken
an den leicht verschrobenen, liebenswerten Gewerkschafter
Giorgio. Der ist aber auch nicht gerade
integer.
Zu allem Übel stimmen auch die Verkaufszahlen plötzlich nicht mehr und
nicht nur Martas schmieriger Kollege Lucio 2
rastet aus. Schon steht die heitere Parallelwelt des Großraumbüros am
Rande eines kollektiven Nervenzusammenbruchs! |
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