International Animation Day  

one day animation festival 2008

Kuratiert und präsentiert von Thomas Renoldner           

Der beliebte jährliche Trickfilm-Event im Filmcasino, präsentiert die schönsten und neuesten österreichischen Trickfilme, zeigt Musikvideos der Serbischen Gruppe RAMBO AMADEUS, führt animierten Street Art von BLUBLU vor und bietet Highlights des sensationellen britischen Animationsfestivals AURORA – mit den interessantesten Projekten zwischen Kunst, Animation und Digital Media.
www.asifa.net/austria
 

Donnerstag, 30. Oktober - 18:00 & 20:00 & 22:00 Uhr

 

18:00

AURORA ON TOUR: Unfamiliar Countries, Impossible  Structures
 

Das britische Festival AURORA in Norwich nannte sich zuvor "Animation Festival", und hat unter dem neuen Namen einen höchst interessanten, zeitgemäßen programmatischen Wechsel vollzogen:
"AURORA is an annual festival in Norwich, UK which focuses on the manipulated moving image. A uniquely multidisciplinary, progressive event, it fuses artist retrospectives and thematic film programmes with discussion events, live performance and installations, alongside the very best new work from across the world for space and screen."

Eine Auswahl der interessantesten Arbeiten der Ausgabe des Festivals im Jahr 2008 sind im Programm "Unfamiliar Countries, Impossible Structures" zusammengefasst.

detailliertes Programm unter:
www.aurora.org.uk


20:00

NEUE ANIMATION AUS ÖSTERREICH
 

LEZZIEFLICK (Nana Swiczinsky, A 2008 , 7 Min)
Lezzieflick ist ein dekonstruktiver Remix vorhandener Heteropornos mit pseudolesbischer Handlung. Die sexuellen Handlungen sind klar erkennbar. Die Körperformen jedoch verfließen und wandeln sich ständig.
Durch den Gebrauch von Morph-Software wird der grobe Raster der Print-Bilder moiréartig verzerrt, einige Pixel werden zu sperrigen Flächen aufgeblasen, andere zu nadelartigen Linien gequetscht.
Der grobe Raster entspricht dem Informationswert des Mainstream-Hetero-Bildmaterials. Geringe Bildauflösung steht hier für geringen Informationswert.


DECAY (Louise Thaler, A 2008, 5 Min)
Mit DECAY realisiert Louise Thaler ihren ersten Animationsfilm. In diesen hat sie ihr Umfeld und ihre Inspirationen - Musik und Graffiti - eingebaut. Das Thema ist zwar ernst, die Umsetzung jedoch weit von jeder belehrenden Moral.
Die Handlung laut Louise Thaler: “Der Tod kommt in ein Lokal und alle glauben sie müssen sterben. Tun sie aber nicht - jemand anderes stirbt.“ Als Kulisse dient eine aus Karton gebaute Bar und objets trouvés, in die am Computer nachbearbeitete Charaktere eingesetzt wurden.
Strictly underground hiphop breakbeats haben die gezeichneten und animierten Bilder bei ihrer Entstehung nicht nur evoziert, sie unterlegen den Kurzfilm mit der dafür authentischen Atmosphäre. Diese Klänge wurden vom Produzenten Lesh beigesteuert.
 

EINTRITT ZUM PARADIES UM
3€20 (Edith Stauber, A 2008, 12 Min)
In der Religions- wie der Kunstgeschichte ist der „Mythos vom Paradies“ vom Gedanken der Exklusivität getragen. Edith Stauber vollzieht mit der animierten Dokumentation Eintritt zum Paradies um 3€20 die Entmythologisierung dieses Exklusivitätsansatzes: Das Linzer Parkbad präsentiert sich als demokratischeres Modell eines Garten Eden und öffnet so ein paradiesisches Assoziationspattern von den Verlockungen des Schlaraffenlandes hin zu Hieronymus Boschs Triptychon Der Garten der Lüste.

ICH NICHT (Aneta Grzeszczyk, A 2008, 3 Min)
Z
eigen, nicht zeigen.
Sichtbar, unsichtbar.
Persönlich, unpersönlich.
Eine Selbstdarstellung ohne sich selbst darzustellen.
Ich bin nackt, mein Körper verschmilzt mit dem weißen Raum, der mich umgibt und macht mich unsichtbar. Das einzige, was man sieht, ist alles was meine Haut bedeckt, Kleidung, Haare. Aber die sind nur schwarze Flächen, symbolhaft. Jegliche Botschaft, welche die Kleidung transportiert, wird verweigert. Modetrends spielen keine Rolle.
Ich zeige mich, ich zeige mich nicht.
Ich bin sichtbar, ich bin unsichtbar.
Eine Selbstdarstellung, die sowohl persönlich als auch unpersönlich ist.

DIE MALERIN (Renate Kordon, A 1984 / 2008, 1 Min 38 Sec)
Die Hand der Malerin verwandelt, was sie ergreift,
der männlich voyeuristische Blick in alten Gemälden wird auf ihrer Malpalette seziert.
Unterlegt mit einer Lesung von Namen wichtiger Künstlerinnen.

CUTECUTECUTE (Clemens Kogler, A 2008 , 1 Min)
Niedlichkeit ist wohl eine der subtilsten Formen der Macht. Bei japanischen Comicfiguren kommt dies besonders deutlich zum Ausdruck . Das Phänomen, das im japanischen Kawaii genannt wird umfasst Charaktere für alle Lebenslagen. Freundliche Helfer die einem sagen wie man eine Fahrkarte löst, zum Mülltrennen auffordern oder in animierten Videos Kindern erklären wie man z.B. bis 10 zählt.
Genau hier setzt CUTECUTECUTE an und lässt die Figürchen in ihrem Weltverbesserungsdrang den logischen nächsten Schritt gehen. Denn wer kann uns Fristenlösung, Sterbehilfe, Pensionsproblematik und die Niederungen des sozialen Zusammenlebens besser näher bringen als Kulleraugen, Pastelltöne und Kindchenschema.

O68 (lia, Musik: @c, A 2008, 5 Min 56 sec)
o68 wurde unter Einfluss von Laurie Anderson's "O Superman (for Massenet)" hergestellt, und bedient sich sowohl eines Textes als auch den Stimmaufnahmen von Laurie Anderson.

DIANTHUS (Karoe Goldt, Musik: Markus Popp/Oval, A 2007)

DEXTRO (algorithmisches video 26, Musik: a.m., tokyo)

LIVE ANIMATION (Joerg Pieringer)
Joerg Piringer, der in seinem experimentellen Computer-Animationen zumeist Schrift und Buchstaben animiert, wird in einer 10-minütigen Live-Performance nach ähnlichem Prinzip real-time animations enstehen lassen.
Man kann gespannt sein.


22:00

ANIMATED MUSIC FROM AROUND THE WORLD
 

Einleitend hat der international gefeierte Film MUTO des italienischen Künstlers "BLU" seine Österreich-Premiere. BLU bemalt, nach Vorstudien in seinen Skizzenbüchern, zumeist Hausmauern in  zum Teil unvorstellbaren Dimensionen. MUTO dürfte wohl der ersten Animationsfilm der Geschichte sein, der in dieser Arbeitsweise entstanden ist. Die Innenaufnahmen fanden in Baden (Schweiz), die Außenaufnahmen in Buenos Aires statt.
Der nächste Programmblock ist dem außergewöhnlichen Phänomen des serbischen Künstlers Rambo Amadeus gewidmet, der sich selbst als "musician, poet, and media manipulator" bezeichnet. Eine Auswahl von aktuellen animierten Musik-Videos gibt einen Einblick in die medienkritischen Kommentare und satirischen Reflexionen eines Künstlers, der neben einer abgeschlossenen Ausbildung an der Belgrader Universität für Mathematik und Naturwissenschaften auf eine international erfolgreiche Karriere als Sportsegler zurückblicken kann.
Anschließend bietet das Programm eine - ausschnitthafte - Zeitreise in die Geschichte österreichischer "animated music".

Programm (Änderungen vorbehalten):

Blu: MUTO, 2008

RAMBO AMADEUS:
Ray Ban Protiv Linguafona
("Ray Ban Against Linguaphone")
Musik: Rambo Amadeus / Goran Vejvoda, R: Milorad Milinkovic / Rambo Amadeus, 1994
Don Kihot i Sancho Pansa - Vetrenjace Vs. Auspusi ("Don Quijote and Sancho Pansa - Windmills Vs. Exhaust Pipes")
Musik: Rambo Amadeus, R: Radko Vlaovic, 2008
Komedija, tragedija, drama* ("Comedy, Tragedy, Drama")Musik: Rambo Amadeus, R: Darko Vlaovic, 2006
Robot u srcu i dusi ("Robot by heart and soul")
Musik: Rambo Amadeus, R: Milan Tomic, 2007
Yes, No, Maybe
Musik: Rambo Amadeus / Hip Son, R: Milan Tomic, 2008)

ATTWENGER ANIMATIONS
Animationsfilme aus "Attwengerfilm" (1995)
Von :
Bady Minck
Sabine Groschup
Martin Anibas
Thomas Renoldner
Herbert Schager
Pepi Öttl

Nikolaus Jantsch: STAY AT HOME, 2007
Siegfried Fruhauf: BLED, 2007
Stefan Stratil: I'M A STAR 2002
Daniel Suljic: HIGHWAY 59, 1996
Georg Dienz: KÄPT'N KNÖDEL IM DRECK, 1993
Thomas Renoldner: LONLEY COWBOY IN 1992, 1992
Sabine Groschup: GUTEN MORGEN, MADAME MONA, 1989 
Sabine Groschup: ALL DAS ALL, 1989 
Sabine Groschup: HAUS, 1988
Sabine Groschup: LIEBE, 1988