s u n d a y   a f t e r n o o n

das FILMCASINO Sonntagsprogramm - mit Sonderveranstaltungen | Diskussionen | Lieblingsfilmen - jeweils um 13:00 Uhr


Termine: 17. Mai | 24. Mai | 31. Mai | 7. Juni

Die Filmreihe Food For Thought  macht einen bewussten Bogen um klassische Analysen der Lebensmittelindustrie, sowie das typische Problematisieren der Esskultur. Stattdessen ist die Herangehensweise der ausgewählten Filme eine subtilere. Zwar steht das Thema Essen – seine Beschaffung und Verarbeitung, sein Konsum, sowie alltagspolitische Implikationen – stets im Mittelpunkt. Auf plakative Anklagen wird jedoch verzichtet und der künstlerische Aspekt steht klar im Vordergrund.
Oft wird vernachlässigt, woher wir unsere alltäglichen Lebensmittel beziehen. Auf ästhetisch-künstlerische und bedeutungsvolle Weise wird der Quelle unserer – so oft als selbstverständlich betrachteten – Mahlzeiten nachgegangen, sowie gesellschaftliche und soziale Konsequenzen der Nahrungsmittelbeschaffung erörtert.
Doch es geht bei weitem nicht um die Filme allein. Food For Thought bietet die Möglichkeit eines wunderbar aufeinander abgestimmten Gesamterlebnisses. Passend zum jeweiligen Film gibt es direkt vor Ort köstliche Leckereien. Hierbei wird großer Wert auf Originalität, Kreativität und Nachhaltigkeit gelegt. Außerdem sind alle Speisen regional, saisonal und rein pflanzlich. Das cineastische Vergnügen wird durch ein kulinarisches ergänzt und schafft so ein besonderes Ereignis, das alle Sinne anspricht. (Kuratiert von Artemis Linhart, Grafik: Katharina Hüttler)


Eintritt: € 7-8,50 EUR (€ 1 ermäßigt für Studierende, SchülerInnen, Arbeitssuchende, Lehrlinge, Präsenz- und Zivildiener,  Ö1-Club)


Nach den Filmen bieten die LieferantInnen  ihre Leckereien direkt im Kinofoyer an (nicht im Eintritt inkludiert).

Kartenvorverkauf und Reservierung: Filmcasino
Margaretenstraße 78 | 1050 Wien | 01-587 90 62
 

Sonntag,  17. Mai um 13.00 Uhr


THE SILENT CITY


Regie: Threes Anna |Niederlande 2012 | 87 min | Englisch

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Die Kunst des perfekten Sushis ist kniffelig. Als Europäerin in Japan hat es Rosa in dieser Männerdomäne nicht unbedingt einfacher. Voller Neugierde, Ehrgeiz und Hingabe lässt sie sich auf ihrem Weg als Lehrling des weltbesten Sushi-Meisters weder von Sexismen, noch von Sprachbarrieren und Kulturschocks beirren. Sie trotzt der nicht enden wollenden Stille, denn der Umgang mit Fisch ist ihr heilig. So wird sie metaphorisch selbst zum Fisch unter Wasser und findet letztlich Harmonie in einer Metropole, die gleichzeitig überwältigend laut und still ist. Mit einem simplen Plot und einer minimalistischen Bildkomposition gelingt es Threes Anna, die Einsamkeit und Isolation der Hauptfigur überzeugend zu inszenieren. Ein beseeltes und einnehmendes Drama, das ohne viel Dialog auskommt.

Zum Auftakt:



UNA FURTIVA LAGRIMA
Regie: Carlo Vogele |USA 2012 | 3 min


Die letzte Reise eines Fisches: vom Markt in die Pfanne. In der Einkaufstüte zwischen Baguette und Trauben, im Kühlschrank zwischen Eiern und Milch, am Schneidebrett neben der Zwiebel singt dieser Schwarzbarsch sein letztes Lied: “Una Furtiva Lagrima” aus Gaetano Donizettis “L'elisir d'amore”. Heimlich vergießt der Tenor ein paar Tränen in die zerlassene Butter. Ob erheiternd oder traurig, das sei dem Publikum überlassen.

Das Essen zum Film kommt von Rita bringt's, Wiens freshestem Lieferservice.
Rita bringt's bittet im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens um ein kurzes Mail an christian@ritabringts.at , wenn ihr am Essen teilnehmen möchtet. Danke!



Sonntag,  24. Mai um 13.00 Uhr




CANNED DREAMS

Ein Dokumentarfilm von: Katja Gauriloff | Finnland 2012 | 78 min | OV mit engl. UTs

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Einmal um die Welt für eine Dose Ravioli. Der Film setzt ganz am Anfang an: bei der Geburt des Schweines, beim Metallbergwerk in Brasilien. Über 30.000 Kilometer bahnen sich die Dosenravioli Stück für Stück ihren Weg ins Supermarktregal und berühren dabei die Leben vieler Menschen. Menschen, die ihre Arbeit lieben, deren Arbeit ihr Lebensmittel(!)punkt ist, die mit prekären Bedingungen zu kämpfen haben. Von ihnen handelt dieser Film. Die Nahrungsmittelproduktion nimmt dabei fast eine Nebenrolle ein. “Canned Dreams” bringt uns die ganz persönlichen Geschichten dieser winzigen Rädchen im überdimensionalen System der Lebensmittelindustrie näher: ihre Sorgen und Träume, ihren Groll und ihre Dilemmata. Locker und stoisch zeigt der Film eine Station nach der anderen und überlässt das Werten dem Publikum.

 
Die passende Verpflegung zum Film bringt das fantastische Hase + Igel Catering.



Sonntag,  31. Mai um 13.00 Uhr


NOW, FORAGER:
A FILM ABOUT LOVE AND FUNGHI

Regie: Jason Cortlund, Julia Halperin | USA/Polen 2012 | 93 min | OV mit engl. UTs

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Lucien und Regina sammeln seltene Pilze, um sie täglich frisch an Restaurants zu verkaufen. Die beiden leben ein nonkonformistisches Leben, für das letztlich in der Gesellschaft kein Platz ist. Ihre Leidenschaft für Pilze und die wilde Natur lässt sich nicht gewinnbringend genug verwerten und so sehen sie sich in ständigem Konflikt zwischen Stabilität und Freiheit, Urbanität und Wildnis, Dekadenz und Simplizität. Humor und Spannung kommen sehr feinsinnig zum Einsatz, während die Pilze an sich eine ganz eigene Rolle im Film einnehmen. Ein Film von Foodies für Foodies, über Freigeister, Klassenkampf und – natürlich – Liebe. Wer gerne Stunden auf Kochblogs verbringt und authentische Liebesgeschichten und Gesellschaftskritik gleichermaßen schätzt, ist hier genau richtig.
 
Auf den Film abgestimmte kulinarische Versorgung gibt es von Deli Bluem.

Zum Auftakt:


JÍDLO (Das kleine Fressen)


Regie: Jan Švankmayer | Tschechoslowakei 1992 | 16 min | 35mm | OV ohne Dialog

Švankmajers Mischung aus Live-Action und Stop-Motion untersucht in drei skurrilen Episoden die Beziehungen der Menschen zu Nahrungsmitteln. Drei düstere Allegorien vom Fressen und Gefressenwerden, der mit beißender Ironie die drei Eckpfeiler der täglichen Nahrungsaufnahme aufbereitet: Frühstück, Mittagessen, Abendessen. Mit fortschreitender Tageszeit klettert der Film Episode um Episode eine Gesellschaftsschicht höher. Ein 16-minütiger Spaß aus Knetanimation und Pixilation, der lange nachklingt.


Sonntag,  7. Juni um 13.00 Uhr



A RIVER CHANGES COURSE

Ein Dokumentarfilm von Kalyanee Mam | Kambodscha 2013 | 83 min | OV mit engl. UTs

>>TRAILER


Über zwei Jahre lang folgt die Kamera drei kambodschanischen Familien, die sich selbst und ihre Umgebung mit ihrer Arbeit bislang mit Lebensmitteln versorgten. Die Situation wird jedoch durch Überfischung, Kahlschlag und Klimawandel zunehmend schwieriger. Mit einzigartigen Bildern und einer harmonischen Farbgebung bringt der Film Land und Leute authentisch zum Ausdruck und verzichtet dabei auf üppige Erklärungen. Er bietet keine Lösungsvorschläge, sondern bildet schlicht ab und lässt die Personen durch alltägliche Handlungen und unverstellte Gesten für sich selbst sprechen. Harte Arbeit bestimmt ihren Alltag; sie spüren am eigenen Leib, was die Welt aus dem einstmals selbstverständlichen regionalen Nahrungsangebot gemacht hat. Ein Überleben durch selbstständige Kleinversorgung ist nicht mehr möglich. So müssen Alternativen gefunden werden – diese schaffen Abhängigkeiten, spalten Familien und Individuen und bieten sehr triste Perspektiven für künftige Generationen.
 

Auf den Film abgestimmte kulinarische Versorgung gibt es von Deli Bluem.



Kartenvorverkauf und Reservierung: Filmcasino
Margaretenstraße 78 | 1050 Wien | 01-587 90 62